Wusstest du schon, dass...

Gedanken Jan. 28, 2020

... Kinder in der Schweiz ab Kindergartenalter (4) alleine in den "Chindsgi" gehen?

Seit ich mich mehr mit der Ursache von Konflikten und deren Lösung beschäftige, fällt mir immer mehr die Wirkung von Wörtern auf: was Wörter mit mir machen, welche Gefühle sie hervorrufen. Denn Wörter sind nun einmal die Ursache für viele Missverständnisse und dementsprechend auch für Konflikte. Prinzipiell sind Konflikte Chancen. Ohne Konflikte können wir uns nicht weiterentwickeln. So lange wir jedoch von negativen Gefühlen beherrscht werden, ist es leider kaum möglich, sachlich nach Lösungen zu suchen. Für mehr Akzeptanz von Veränderungen sind daher positive Gefühle von Vorteil.

Eglburger See Ebersberg

Wird in der Politik über Verkehrsreduktion gesprochen, fällt beispielsweise häufig der Begriff "Elterntaxi".
Der positive Gedanke, der dahinter steckt, wenn über die Reduktion oder das Verbot von Elterntaxis gesprochen wird, ist: die Sicherheit der Schulwege zu erhöhen und die Umwelt zu schützen.
Doch was passiert bei dem Begriff Elterntaxi? Ja, es ist ein kurzes Wort und jede*r weiß, was damit gemeint ist. Leider polarisiert der Begriff.  Er weckt widersprüchliche Gefühle und es entstehen zwei Lager: die, die sich schuldig fühlen und die, die auf die Schuldigen zeigen. Sind Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto in die Kita, in den Kindergarten oder in die Schule  bringen schlechte Bürger, schlechte Mitmenschen, schlechte Eltern?

Die richtigen Fragen für mich sind in diesem Fall: Was hindert Eltern daran, ihre Kinder alleine in die Schule gehen zu lassen, in Gruppen? Was hindert Eltern daran, ihre Kinder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Kita oder Kindergarten zu bringen? Und was können wir verändern, damit für diese Eltern keine Bring- und Abholfahrten mit dem Auto notwendig sind?
Fragen, die uns vielleicht näher an eine Lösung bringen, ohne zu polarisieren. Ich bin Fan von Abkürzungen, schlichten Begriffen. Aber in der Politik bedarf es manchmal mehrerer Sätze.

In der Schweiz nehmen die Kinder alleine ihren Weg in die Kindergärten. Wenn sie nicht alleine gehen, sind sie scheinbar so gut organisiert, dass eine Kindergruppe von einer erwachsenen Person auf ihrem Weg begleitet wird. Wäre das für uns vielleicht auch ein Ansatz?

Lakhena Leng

Mutter. Partnerin. Freundin. Geschäftsführerin. Expertin. Coach. GRÜNE Ebersberg. Stadt- und Kreisrätin ab Mai 2020. Weitere Webseiten: konmatik.de, barcamp-ebe.de